Neurologie
Demenz im Alltag: Routinen und vertraute Tätigkeiten bewahren
Vertraute Handgriffe, klare Abläufe und passende Unterstützung im Alltag von Menschen mit Demenz.
Veröffentlicht am 3. November 2026

Symbolfoto: Kaboompics.com via Pexels
Ein Frühstück, das Decken des Tisches, Blumen gießen oder die Jacke für den Spaziergang bereitlegen. Vertraute Tätigkeiten geben einem Tag oft Form. Bei Demenz verändern sich manche Handlungen. Was lange selbstverständlich war, braucht dann mehr Zeit, weniger Schritte oder eine andere Vorbereitung. Der Blick auf das, was weiterhin möglich ist, bleibt dabei wichtig.
Mit Vertrautem beginnen
Nicht jede Aufgabe muss neu erfunden werden. Oft lohnt es sich, bei einer vertrauten Tätigkeit anzusetzen, die der Person wichtig ist. Singen, kochen, sortieren, falten oder ein kleines Ritual am Morgen können sehr unterschiedliche Bedeutungen haben. Hobbys und vertraute Aktivitäten können weiterhin einen Platz im Alltag haben. 2
In der Ergotherapie steht deshalb nicht eine allgemeine Beschäftigungsidee im Mittelpunkt. Es geht um die konkrete Tätigkeit und die aktuellen Fähigkeiten der Person. Bedeutungsvolle Betätigungen und ein selbstbestimmter Alltag gehören zum ergotherapeutischen Ansatz. 3 Was gelingt noch allein? Wo ist ein kleiner Hinweis hilfreich? Und was ist im Moment zu viel?
Den Tag sichtbar machen
Ein wiederkehrender Ablauf zu ähnlichen Zeiten kann Orientierung geben. Die Deutsche Alzheimer Gesellschaft nennt feste Tagesstruktur und Wochenstruktur, sichtbare Pläne sowie feste Plätze für wichtige Dinge als alltagsnahe Hilfen. 1
Ein Plan darf einfach bleiben. Vielleicht steht darauf nur: morgens anziehen, frühstücken, nach dem Mittag ruhen und abends den Tisch decken. Für eine Tätigkeit können benötigte Gegenstände rechtzeitig bereitliegen. Ein aufgeräumter Tisch, gute Beleuchtung und klare Plätze für häufig genutzte Dinge machen die Umgebung übersichtlicher. 1
Eine Handlung in kleine Schritte teilen
Wenn etwa das Anziehen schwierig wird, hilft es, nicht die ganze Aufgabe auf einmal zu fordern. Zuerst liegt die Kleidung in passender Reihenfolge bereit. Dann folgt ein Schritt nach dem anderen. Eine kurze, konkrete Aufforderung kann verständlicher sein als viele Hinweise gleichzeitig.
Ob jemand den Reißverschluss noch selbst schließt, Unterstützung beim Sortieren braucht oder eine Tätigkeit lieber im Sitzen macht, richtet sich nach den aktuellen Fähigkeiten und der Tagesform. So bleibt Raum für eigenes Tun, ohne unnötig zu überfordern.
Angehörige als ruhige Unterstützung
Angehörige kennen oft die kleinen Gewohnheiten, die eine Tätigkeit vertraut machen. Sie können beobachten, welcher Schritt gut gelingt und an welcher Stelle Hilfe tatsächlich nötig wird. Unterstützen heißt nicht, alles zu übernehmen. Es kann bedeuten, Material bereitzulegen, einen einzelnen Hinweis zu geben oder nach einer Pause weiterzumachen.
In der ergotherapeutischen Anleitung kann genau diese Alltagssituation zum Thema werden. Angehörige können erproben, wann Warten sinnvoll ist, wann ein kurzer Hinweis reicht und wie ein Gegenstand anders platziert werden kann. Wenn Sie in Fürstenwalde/Spree oder Umgebung nach Ergotherapie bei Demenz suchen, ist eine konkrete Alltagsfrage ein guter Ausgangspunkt. Etwa: Wie kann mein Angehöriger weiterhin beim Tischdecken mitmachen? Informationen zu unserer neurologischen Ergotherapie in Fürstenwalde finden Sie auf der Leistungsseite.
Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen ergotherapeutischen Orientierung. Er ersetzt keine individuelle Befundung, Diagnose oder ärztliche Beratung.